Landesmusikrat Sachsen-Anhalt


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18. Mai 2026

21. Bundesbegegnung „Jugend jazzt“ brachte jungen Jazz aus ganz Deutschland nach Halle

Vom 14. bis 17. Mai 2026 wurde Halle (Saale) zum bundesweiten Treffpunkt des Jazznachwuchses: Die 21. Bundesbegegnung „Jugend jazzt“ brachte junge Jazzensembles aus den Bundesländern nach Sachsen-Anhalt und verwandelte die Stadt für vier Tage in einen lebendigen Ort für Musik, Begegnung, Austausch und Nachwuchsförderung.

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Eröffnung auf dem Marktplatz in Halle./Foto: Marie-Christin Herberg

Getragen wird die Bundesbegegnung vom Deutschen Musikrat. Vor Ort wurde die Veranstaltung durch die enge Zusammenarbeit mit der Stadt Halle (Saale), der Staatskanzlei und Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt sowie dem Landesmusikrat Sachsen-Anhalt e. V. als fachlichem Partner möglich gemacht. Gemeinsam ist es gelungen, nicht nur ein bundesweites Förderformat für junge Musikerinnen und Musiker auszurichten, sondern Jazz auch sichtbar in die Stadtgesellschaft hineinzutragen.

Das Programm verband Wertungsspiele, Konzerte, Sessions und Workshops. Austragungsorte waren unter anderem das Puschkinhaus/Thalia Theater, die Peißnitzinsel, die Kirche St. Georgen sowie das Institut für Musik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Damit zeigte sich „Jugend jazzt“ einmal mehr nicht als reiner Wettbewerb, sondern als nachhaltiges Förderformat: Im Mittelpunkt standen musikalische Entwicklung, künstlerischer Austausch, Vernetzung und die Freude am gemeinsamen Musizieren.

Ein besonderer Akzent lag darauf, die Bundesbegegnung nicht nur für die teilnehmenden Ensembles, sondern auch für die Menschen in Halle erlebbar zu machen. Der Jugend-jazzt-Truck machte an mehreren Orten im Stadtgebiet Station – unter anderem auf dem Marktplatz, in der Silberhöhe und in Halle-Neustadt. Als mobiler Begegnungsort, rollendes Tonstudio und niedrigschwelliges Vermittlungsangebot brachte er Jazz direkt in den öffentlichen Raum. Dort konnten (nicht nur) junge Menschen Musik erleben, ausprobieren und mit professionellen Jazzmusikern ins Gespräch kommen. Auch das Jazz-Picknick unterhalb des Heine-Felsens am Riveufer setzte zum Abschluss ein starkes Zeichen für die Verbindung von Bundesbegegnung und lokaler Jazzszene. Bei freiem Eintritt präsentierten sich dort Nachwuchsensembles, etablierte hallesche Musikerinnen und Musiker machten die Vielfalt des Jazz in Halle sichtbar.

Neben den öffentlichen Programmpunkten bot die Bundesbegegnung den Teilnehmenden ein vielseitiges Workshop-Programm. In den Workshops ging es unter anderem um Improvisation, Ensemblearbeit, Komposition, Arrangement, Bühnenpräsenz und künstlerische Entwicklung. Damit ergänzte das Weiterbildungsangebot die Wertungsspiele um wichtige Impulse für die persönliche und musikalische Weiterentwicklung der jungen Musikerinnen und Musiker.

Auch die Preisvergabe machte deutlich, wie vielfältig und leistungsstark der Jazznachwuchs in Deutschland aufgestellt ist. Besonders hervorzuheben ist der Studiopreis des Deutschlandfunks, der professionelle Studioaufnahmen im Kammermusiksaal des Deutschlandfunks in Köln ermöglicht und an TRIOLOG aus Niedersachsen vergeben wurde. Aus Sachsen-Anhalt wurde die Combo ZoneOut mit dem Konzertpreis des Bunker Ulmenwall ausgezeichnet und erhält damit einen Auftritt im renommierten Bielefelder Jazzclub. Der vom Landesmusikrat Sachsen-Anhalt im Rahmen des Jugendmusikfestes Sachsen-Anhalt gestiftete Konzertpreis ging an Jazzington aus Rheinland-Pfalz. Die Combo wird damit im Rahmen des 31. Jugendmusikfestes Sachsen-Anhalt vom 5. bis 27. September 2026 zu erleben sein.

Neben der organisatorischen und fachlichen Begleitung brachte sich der Landesmusikrat Sachsen-Anhalt auch mit einem besonderen Angebot für die Teilnehmenden ein: Die „Mentale Auftankstation“ bot während der Begegnung einen niedrigschwelligen Anlaufpunkt für Gespräche, Ermutigung, Orientierung und kleine Momente des Durchatmens. Gerade in einem intensiven Wettbewerbs- und Festivalumfeld zeigte sich, wie wichtig neben musikalischer Förderung auch Aufmerksamkeit für das persönliche Wohlbefinden junger Musikerinnen und Musiker ist.

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Die Hosts der "mentalen Auftankstation" v.l..n.r. - Sophie Catenhusen, Sönke Scholl, Marie-Christin Herberg, Paul Littich und Victor Huth.
Foto: Ulrike Kirchberg
 

Die 21. Bundesbegegnung „Jugend jazzt“ in Halle hat eindrucksvoll gezeigt, wie lebendig, vielfältig und zukunftsorientiert Jazznachwuchsförderung sein kann, wenn Bund, Land, Kommune, Fachverbände, lokale Szene und engagierte Partner gemeinsam wirken. Für Sachsen-Anhalt war die Veranstaltung ein starkes kulturpolitisches Signal: Jazz ist Teil kultureller Bildung, Teilhabe und musikalischer Vielfalt – und junge Musikerinnen und Musiker brauchen Räume, in denen sie sich ausprobieren, begegnen und weiterentwickeln können.